Ein Bericht von Dietmar

Einige Bogenläufer des Bogensportclubs Chemnitz-Rabenstein e.V. hatten die Möglichkeit am Wintertrainingslager des Nationalteams teilzunehmen.

In tiefstes Winterkleid gehüllt, bei frostigen Temperaturen, umgeben von bizarren Eisformationen, empfing uns unsere Unterkunft am Fichtelberg.

Unser Bogensportclub unterstützte das Trainingslager durch die Ausleihe von Dämpfer und Dämpferständer, welche wir mit Unterstützung des Olympiastützpunktes Oberwiesenthal für die Zeit des Trainingslagers in der Sporthalle des Sportgymnasiums lagerten und bei den Indoor-Trainingseinheiten aufbauten.

Mit dem Abendessen und einem Kennenlernabend am Anreisetag verbrachten wir die ersten gemeinsamen Stunden. Gleichzeitig wurde der Tagesplan für die folgenden Tage allen mitgeteilt.

Teambildungsmaßnahmen folgten der administrativen Eröffnung.

Alle zog es am Ankunftsabend frühzeitig ins Bett, nachdem jedem klar wurde, was auf uns am nächsten Morgen zu kam.

Das gemeinsame Frühstück begann bei den meisten schon in der Sportkleidung des Vormittagsprogrammes, Skilanglauftraining klassisch in den Loipen rund um den Fichtelberg.

Für diejenigen, welche selbst keine Langlaufski hatten, waren Ski in der Ausleihstation an der Sparkassen-Skiarena reserviert. Persönliche Körpermaße wie Gewicht, Größe und Schuhgröße gelten als Voraussetzung für die Auswahl des entsprechenden persönlichen Ski-Equipments.

Danach erfolgte die Aufteilung in 2 Gruppen, routinierte Langläufer und Anfänger bzw. Langläufer mit wenig Übung. Die Biathlontrainingsloipen des Olympiatrainingszentrums und die Loipen rund um den Fichtelberg erfordern von jedem Läufer ein sicheres Beherrschen der Ski, damit die Kurse gefahrlos gemeistert werden können und rasante Abfahrten nicht an oder zwischen den Bäumen enden.

Während die erfahrenen Sportler sich in die Loipe begaben, begann bei den anderen die Fleißarbeit.

Gleichgewichtstraining, effektive Beinstellung Füße, Knie, Gesäßanspannung, dann erste Versuche im Diagonalschritt mit der richtigen Muskelbeanspruchung, anfangs ohne Stöcke zum Erlernen des effektiven Abdrückens, gefolgt durch das Training mit Stöcken und korrektem Armeinsatz. Dann versuchen auf der Ebene in der Loipe alles umzusetzen, bis anschließend weitere Trainingseinheiten zum Erlernen des schnellen Anstieges am Berg aufwärts folgten. Wer es auf den Berg geschafft hat, muss auch irgendwann wieder hinunter. Damit das nicht brenzlig wird, kommt dem Beherrschen der Techniken des Kurvenfahrens und dem Stoppen im Skilanglauf entscheidende Bedeutung zu. Immerhin sind die Langlaufski sehr schmal und der Schuh ist nur an der Spitze über einen kleinen Stift mit der Bindung und dem Ski verbunden. Da das mit den Kurven und durch sie hindurch zu kommen leichter beschrieben ist als erlernt, schließt sich notwendiger Weise das Sturz- und Falltraining in das Kurventraining mit ein. Richtiges Verhalten während eines Sturzes ist entscheidend für einen unfallfreien Trainingsablauf.

Dazu gehört ebenfalls, während des gesamten Skilanglaufes die Geschwindigkeit so unter Kontrolle zu behalten, dass der Läufer bzw. die Läuferin den Ski beherrscht und nicht umgekehrt.

In der Kombination aus all den vorgenannten Punkten entsteht das sichere, risikoarme Ski-Langlaufen. Hat man die vorgenannten Punkte sicher erlernt, kann entspannt eine Sportart genossen werden, die wie wenige andere Sportarten den gesamten Körper fordert, alle Muskelpartien stärkt und Koordination sowie Konzentration festigt. Nach 3 Stunden intensivem, schweißtreibendem Ski-Training am Vormittag, war die Mittagspause mit sehr geschmackvollen Mahlzeiten, eine willkommene Unterbrechung.

Nach dem Mittagessen, gegen 14:00 Uhr, ging es dann in die Trainingshalle des Sportgymnasiums vom Olympiastützpunkt Oberwiesenthal.

Dort galt es als erstes den Umbau der Sporthalle als Schießhalle zu bewerkstelligen. Spannseil und Pfeilfang mussten angebracht werden, danach folgten der Aufbau der Dämpferständer mit Dämpfern.

Jetzt wurde es warm mit Athletiktraining, systematischer Muskel- und Gelenkerwärmung, Gleichgewichtsstabilisierung, Koordinationstraining, Muskeldehnung und -aufbau.

Das hervorragend abgestimmte Trainingsprogramm brachte uns alle gehörig zum Schwitzen, ohne dass wir uns überlastet fühlten.

Nach ca. 1 Stunde begann das Einschießen mit dem Ziel eine optimale Schusstechnik zu verinnerlichen. Beginnend mit der Körperhaltung, stabiler Stand, gleichmäßiges korrektes Ankern, saubere Schusstechnik und Nachhalten mit wiederholbarem konstanten Schussablauf waren Schwerpunkte in der nächsten Trainingsphase. Das Nationalteam beherrschte alles, überzeugte mit sehr hoher Perfektion, während wir Chemnitzer mit dieser Kontinuität nicht mithalten konnten, was die Videostudien von jedem Einzelnen belegten.

Dem Einschießen, dann auf eine Distanz von 18 Metern auf Spots folgte das Training unter Bogenlauf spezifischen Wettkampfbedingungen. Sprints, Kniebeuge, Liegestütze und weitere athletische sportliche Übungen mit schneller Ablauffolge des Schießens simulierten Wettkampfsituationen.

Erstaunlicherweise fielen die Schießergebnisse unter hoher körperlicher Belastung teilweise besser aus als beim Schießen in Ruhe.

Das Trainingsprogramm über mehrere Tage unter fantastischen Bedingungen war für alle Beteiligten eine faszinierende, schweißtreibende, bereichernde Erfahrung, die alle mit Begeisterung meisterten.


Dem Team mit allen Teilnehmern, Organisatoren und Trainern, sowie allen Unterstützern für die erfolgreiche Trainingsperiode herzlichen Dank.